Teamflow

Intelligentes Lichtsystem

In der Arbeit in Teams kommt es immer wieder zu Konflikten, Reibungen und Streitigkeiten. In einem gewissen Rahmen ist dies Teil der normalen Gruppenarbeit. Kritisch wird es erst, wenn Konflikte konstant weitergetragen werden ohne geklärt zu werden. Deshalb ist es das Ziel des Systems den Mitgliedern direkt zu zeigen, dass ein Konflikt nicht ausufern muss, sondern die Lösung schon innerhalb der Gruppe liegt.

TeamFlow beobachtet den Ablauf eines Meetings und unterstützt durch subtile Lichthinweise, wenn ein Eingriff nötig wird. Basierend auf den verschiedenen Teamrollen nach Belbin, die sich durch verschiedene Verhaltensweisen der Meetingteilnehmer definieren, wird die in der entsprechenden Situation benötigte Rolle animiert zu handeln.

Ablauf

Zunächst entsteht ein Lichtpunkt, indem sich ein Mensch dem Tisch bzw. dem Umfeld der Lampe nähert. Jedoch nicht von null auf hundert, sondern in einem sanften Verlauf bei dem sich das Licht an einer Stelle bündelt. Dieser Punkt oder Verlauf ist überdies nicht starr, er bewegt sich fließend mit der Bewegung des Menschen bis dieser Platz nimmt. Das heißt, geht ein Mensch in die private Zone der Lampe wird sein Lichtpunkt konkreter, entfernt er sich, wird dieser wieder diffus. Geht er einen Schritt nach rechts, verfolgt ihn sein Punkt auch dort hin. Somit wird erlernt, dass Mensch und Licht sich in einer Art verbinden und nunmehr aufeinander eingehen können. Insgesamt werden Menschen also schon von Beginn des Meetings an von ihrem Moderator, dem System, abgeholt. Ab dem Zeitpunkt des Sitzens, wandert der eigene Lichtpunkt dann von der

Tischkante in die Mitte, wo er zusammen mit den anderen den Lichtkreis bildet. Dieser ist ebenfalls nicht starr, er wabert schwach und deutet so auf die Aufmerksamkeit und Bereitschaft des Systems hin. Als Aufforderung etwas zu tun, entfernt sich ein Lichtpunkt aus dem Kreis und unterbricht diesen damit. Die anderen Lichtpunkt haben nun mehr Platz zum Flimmern, was ebenfalls den organischen Charakter des Lichts untermalt. Löst sich ein Meeting auf oder verlässt ein Mensch den Tisch, so erfolgt die Lichtbewegung in umgekehrter Weise wie die Begrüßung. Der Lichtpunkt verfolgt alle oder eine Person bis zum Ende der privaten Zone der Lampe und wird immer diffuser. Sobald er oder sie sich außerhalb dieser Zone befinden, löst sich der Punkt auf und verschwindet. TeamFlow entlässt somit einen oder alle Teilnehmer des Meetings.

Eine KI als subtiler Moderator

Um kognitive Ressourcen nicht zu überlasten, wird bewusst auf den Einsatz von auditiven Reizen verzichtet, da diese in einem Meeting schon mit projektbezogenen Informationen ausgelastet sind. Konzentriert wird sich daher auf visuelle Reize. Hierzu wird der Sehsinn des Menschen verwendet, um einfache Informationen mithilfe mentaler Modelle schnell zu vermitteln. Das periphere Sichtfeld eines Menschen dient in der ersten Stufe des Systems dazu, durch Licht subtil darauf hinzuweisen, dass jemand etwas tun muss. Im Gegensatz zum fovealen Sehen bedarf es bei dieser Wahrnehmung nicht der kompletten Aufmerksamkeit des Menschen.

Vorteil dabei ist, dass man sich auf andere Meeting-Teilnehmer oder seinen Laptop konzentrieren kann, ohne von TeamFlow gestört zu werden. Sollte ein Mensch dieses Licht der ersten Stufe nicht wahrnehmen, falsch oder gar nicht darauf reagieren, so entfernt sich sein Lichtpunkt aus der Mitte des Tisches. Durch den Reiz, der sich nun näher im Bereich des fovealen Sehens befindet, wird das Teammitglied direkter an eine notwendige Aktion seinerseits hingewiesen. Sollte ihm die Sicht auf seinen Lichtpunkt durch Laptop und Co verwehrt sein, so können auch andere Menschen am Tisch das Versäumnis bemerken und auf den, sich aus der Mitte entfernenden Lichtpunkt, aufmerksam machen.

TeamFlow SS18 from Max Pelzer on Vimeo.

Dokumentation

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